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Märkische Allgemeine vom 08.02.2010
EHRENSACHE: Sie macht auch mal den Ärzten oder den Angehörigen Dampf
Seit zwölf Jahren leitet Christa Moch eine Diabetes-Selbsthilfegruppe in Königs Wusterhausen / Anfangs 8 Mitglieder, jetzt sind es 97
KÖNIGS WUSTERHAUSEN - Sie weiß alles über Diabetes. „Würde man mich nachts wecken, könnte ich sofort einen Vortrag halten“, sagt Christa Moch und muss selbst darüber lachen. Aber dann gesteht sie, dass sie manchmal morgens nach dem Erwachen schon an ihre Arbeit in der Selbsthilfegruppe denkt.
Dabei wollte die gelernte Krankenschwester vor zwölf Jahren, als sie in den Ruhestand ging, erstmal Luft holen. Deshalb lehnte sie das Angebot, Leiterin der Diabetes-Selbsthilfegruppe in Königs Wusterhausen zu werden, ab. Dass es dann doch ganz anders kam, lag daran, dass ihr bald die Decke auf den Kopf fiel und sie nicht dafür geschaffen ist, Däumchen zu drehen. „Mach das ruhig mal! Ist ja nicht viel Arbeit“, sagte sie sich und stellte bald fest, dass das ein großer Irrtum ist. Die Gruppe wuchs prompt von 8 auf 97 Mitglieder an. Es müssen Treffs organisiert, Gespräche geführt und Fachleute für Vorträge geworben werden. Und wenn jemand ins Krankenhaus kommt, kümmert sie sich um Besuch, spricht auch mal mit den Ärzten. Vor denen nimmt sie kein Blatt vor den Mund.
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Märkische Allgemeine vom 13.11.2009
Gesundheit: Die Spätfolgen werden unterschätzt
Diabetes kann Augen und Füße schädigen / In der Region gibt es mehrere Selbsthilfegruppen
NEURUPPIN : Bald sind es drei volle Jahrzehnte. Es war 1980, als Günther Miekley erfuhr, dass er Diabetiker ist. „Man hat das damals so hingenommen“, sagt der 72-jährige Vielitzer. „Aber seit 1991 muss ich mir Insulin spritzen. Viermal am Tag. Das ist viel.“
Miekley leidet an Diabetes mellitus, im Volksmund die Zuckerkrankheit. Seine Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig Insulin, wodurch der Blutzuckerspiegel zu hoch ist. Deshalb muss er viermal am Tag spritzen – zu genau festgelegten Zeiten: um 7.30 Uhr, zum Mittag, zum Abendbrot und vor dem Schlafengehen. Ausnahmen gibt es nicht.
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Märkische Allgemeine vom 28.10.2009
Hochtontherapie ist Thema
Informationsveranstaltung für Diabetiker
BELZIG : Diabetiker leiden häufig an einer Schädigung des peripheren Nervensystems (PNS). Es umfasst alle Bereiche, die außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks liegen. Die Erkrankung, die auch Polyneuropathie genannt wird, löst bei den Betroffenen Kribbeln, Schmerzen oder Lähmungserscheinungen in den Armen und Beinen aus. Es kann zu Konzentrationsstörungen und Inkontinenz führen.
Eine neue Methode zur Behandlung ist die Hochtontherapie. Sie wird nächste Woche in der Kur- und Kreisstadt vorgestellt. Die von Reinhild Lautenbach, Leiterin des Diabetikerzentrums Belzig, organisierte Veranstaltung ist der Auftakt zu einer Reihe rund um den Weltdiabetestag, der auf den 14. November terminiert ist. Drei weitere Offerten werden noch unterbreitet; inklusive Exkursion zum Gesundheitstag nach Hannover am 29. November.
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Märkische Allgemeine vom 10.11.2009
GESUNDHEIT : Windbeutel für Diabetiker
Diese Woche Vortrag, Lehrküche und offene Türen
„Wissen schafft Gesundheit“, lautet das Motto des Weltdiabetestages. Zu dem Anlass gibt es selbstverständlich Veranstaltungen im Fläming.
Weltweit wird er immer am 14. November begangen. Damit erinnert die Gesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) an den Geburtstag von Frederick G. Banting, der gemeinsam mit Charles Herbert Best 1921 das lebenswichtige Hormon Insulin entdeckte, was seither Millionen Diabetikern auf der Erde hilft.
Hier zu Lande hat der Deutsche Diabetikerbund – vertreten durch Reinhild Lautenbach – mit der Vorstellung der neuen Hochtontherapie in der Kur- und Kreisstadt bereits vor wenigen Tagen ein interessantes Angebot unterbreitet.
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Märkische Allgemeine vom 15.10.2009
Neue Diabetiker-Selbsthilfegruppe in Bestensee - ein Start, auf den alle stolz sein können.
In Bestensee fanden sich 16 Diabetiker zusammen und gründeten am 8. Oktober eine neue Selbsthilfegruppe. Als Gäste der Gründungsveranstaltung begrüßten die Anwesenden Eberhard Nowotnik, 1. Vorsitzender des Landesverbandes Brandenburg im Deutschen Diabetiker Bund, Herrn Scholz jun. als Vertreter der Fontane-Apotheke Bestensee sowie die Leiterin des Diabetikerzentrums Frankfurt (Oder), Margit Nowotnik.
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Märkische Allgemeine vom 03.09.2009
In der Gruppe ist niemand allein.
Vor zehn Jahren beschlossen Diabetiker aus Lehnin sich untereinander zu helfen
Der überwiegende Teil der organisierten Zuckerkranken leidet unter Diabetes Typ 2 und muss Insulin spritzen, um den Glucose-Abbau in den Zellen anzukurbeln. Wie Christine Reinhardt, die seit zehn Jahren Vorsitzende der Selbsthilfegruppe ist. „Wir haben nach der Gründung schnell gemerkt, dass es auch in Kloster Lehnin und Umgebung viele Menschen gibt, die mit ihrer Krankheit nicht allein sein wollen“, erinnert sich Reinhardt. Zuckerkranke haben viele Leiden. Herz, Gehirn, Augen, Nieren und Beine sind vom Zucker gefährdet, der von den Zellen nicht verarbeitet werden kann. Deshalb ist die Früherkennung so wichtig.
Zusammen mit ihrem Stellvertreter Norbert Winter aus Groß Kreutz hält Reinhardt die Gruppe zusammen.
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Märkische Allgemeine vom 24.08.2009
KRANKHEIT: Amerikanische Verhältnisse
Fastfood und süße Säfte in der Kritik beim Diabetikertag im Kreishaus
LUCKENWALDE - Der Diabetikertag wurde am Samstag im 17. Jahr in Folge ausgerichtet. Im Luckenwalder Kreishaus genau waren die Stände, an denen Blutdruck und Blutzucker gemessen und Fußuntersuchungen vorgenommen wurden, schon vor Beginn der Veranstaltung dicht umlagert.
Zu Beginn begrüßte Amtsärztin Silke Neuling die Besucher, zu denen Betroffene, Angehörige, Ärzte und medizinisches Personal gehörten.
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Märkische Allgemeine vom 23.05.2009
GESUNDHEIT: Die Überlebende
Ursula Mummert hat seit 75 Jahren Diabetes – so lange wie keine andere Frau in Deutschland
Als es anfing, war sie zwei. Ihre Eltern, ein Arzt und eine Krankenschwester, bemerkten Azetongeruch und wussten sofort: Bei ihrer Tochter stimmt etwas nicht, sie hat Diabetes. Die Eltern brachten sie aus ihrer Heimat in Schleswig-Holstein sofort in die Kinderklinik nach Hamburg, dort gab es ein neues Medikament gegen die Krankheit: Insulin.
Das ist jetzt 75 Jahre her. Ursula Mummert gehörte zu den ersten Kindern in Deutschland, die Insulin bekamen. Und sie ist heute die Frau in der Bundesrepublik, die am längsten mit der Zuckerkrankheit lebt. Ihres Wissens nach gibt es nur noch einen Mann, der es noch länger damit überlebt hat. Dabei betraten die Ärzte damals Neuland, als sie dem kleinen Mädchen 1934 Insulin verabreichten. Das Präparat war erst seit 1928 überhaupt auf dem Markt. Es war an Erwachsenen getestet, mit Kindern hatten die Mediziner keinerlei Erfahrungen. Das wirkte sich aus. „Ich war ständig in Schocknähe“, sagt Ursula Mummert heute über die erste Zeit nach dem Beginn der Behandlung. „Ich fiel häufig um und lag auf dem Fußboden.“ Heute weiß sie: Die Dosis war zu hoch. Das wussten die Ärzte aber nicht.
Ursula Mummert leidet an Diabetes Typ eins. Durch Fehlfunktionen im Körper produziert die Bauchspeicheldrüse bei ihr kein Insulin mehr. Diesen Stoff braucht der Körper, um den Zuckerspiegel im Blut zu senken und den Zucker in die Zellen zu transportieren. Im Gegensatz zum mittlerweile immer häufiger auftretenden Diabetes Typ zwei wird Typ eins nicht von der Ernährung oder von Übergewicht beeinflusst. Diäten sind gegen diesen Typ deswegen wirkungslos. Menschen wie Ursula Mummert können nur überleben, wenn sie Insulin von außen bekommen.
Das machte die Jahre zwischen 1945 und 1948 zu ihren schwersten. Bis Kriegsende funktionierte die Insulinversorgung, erinnert sich Ursula Mummert. Doch danach wurde es schwierig, nicht einmal in den Kliniken gab es noch etwas. In ihrer Verzweiflung setzte Ursulas Mutter, die mittlerweile in Mecklenburg lebte, die Tochter auf Diät. „Ich habe Hafertage eingelegt“, erzählt sie. An Tagen, an denen sie nur Haferflocken aß, brauchte sie nur eine halbe Tagesdosis Insulin.
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Märkische Allgemeine vom 11.03.2009
FRAUENWOCHE: Lob und Preis für „Schwester Erna“
Bei der Festveranstaltung des Kreises wurde Erna Miericke aus Milow ausgezeichnet
Als sie ihren Namen hörte, zitterten Erna Miericke die Knie. „Ich dachte, ich kriege einen Herzinfarkt.“ Dass sie in diesem Jahr mit dem Frauenpreis geehrt werden sollte, war der Milowerin nicht im Traum eingefallen. „Kein Mensch hat mir irgendwas verraten. Das war schon etwas hinterlistig, wenn ich das mal so sagen darf.“ Und sie durfte. Denn für die 69-Jährige, die von allen nur „Schwester Erna“ genannt wird, war gestern Ehrentag.
Exakt 116 Tage ist Erna Miericke 2009 für jene Sache unterwegs gewesen, die sie seit mittlerweile 13 Jahren umtreibt. Sie zeigt Menschen, die an Diabetes leiden, den Weg, sich selbst zu helfen. Mit viel Disziplin, Mut und Kraft. Als Gebietsleiterin des Diabetikerbundes Havelland ist die frühere Krankenschwester mittlerweile für sechs Selbsthilfegruppen und rund 150 Diabetiker verantwortlich, organisiert für sie Gesprächsrunden, Präventionsveranstaltungen, Aktionstage, spürt hartnäckig Sponsoren auf, hält Kontakte zu Krankenkassen.
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Märkische Allgemeine vom 07.03.2009
BESUCH: Ehre, wem Ehre gebührt: Platzeck und die Stützen der Basis
Ministerpräsident im Gespräch mit ehrenamtlich engagierten Havelländern / Umfangreiches Angebot
Zehn Ehrenamtler kamen zu dem Gedankenaustausch mit Ministerpräsident Platzeck, an dem auch Landrat Burckhard Schröder teilnahm. Das Treffen war der Abschluss einer Havelland-Tour (MAZ berichtete). In lockerer Atmosphäre wurde dabei die Vielfalt ehrenamtlicher Arbeit deutlich und Platzeck wurde schnell klar, dass da Havelländer mit ihm an einem Tisch sitzen, die sich täglich als Zugpferde in ihren Vereinen bewähren.
Erna Miericke aus Bützer ist Vorsitzende des Diabetikerbundes Havelland und kümmert sich um sechs Selbsthilfegruppen. Für Schulungsfahrten und andere Veranstaltungen gebe es keine Förderungen mehr, sagte sie. Platzeck und Schröder verwiesen drauf, dass sich Krankenkassen stärker in den vorbeugenden Gesundheitsschutz einbringen wollen. Vor dem abschließenden Gruppenfoto erfuhr Platzeck auch noch etwas über das Friesacker Sportleben, die Förderung des Kinderreitsports in Brieselang, Ketziner Jugendliche die sich für die Geschichte ihrer Stadt interessieren, Awo-Frauen die in Priort für ein aktives Vereinsleben sorgen, einer Nauener Tafel die sich um Hilfebedürftige kümmert und den Förderverein des MAFZ Paaren im Glien. (Von Norbert Stein)
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