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02.10.2010 Landesdiabetikertag für Berlin und Brandenburg
Wir laden Sie herzlich zu unserem 1. Landesdiabetikertag Berlin und Brandenburg ein.
Der Patiententag
- in der Urania Berlin e.V., An der Urania 17, 10787 Berlin
- Samstag, 2. Oktober 2010, ab 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr
- Kostenfreier Eintritt
- Ohne Voranmeldung
Was bedeutet Diabetes für Sie?
Täglich Entscheidungen treffen damit die Werte gut bleiben.
Regelmäßige Selbst-Kontrollen mit der Sorge, ob das Ergebnis gut ist.
Immer die Sorge, ob Folgeschäden wirklich vermieden werden können.
Und dann die Besuche beim Arzt…
Wird er zufrieden sein, was werden die Untersuchungen ergeben, muss ich vielleicht sogar ins
Krankenhaus?
Wer Bescheid weiß, kommt in dieser Situation besser zurecht.
Wir helfen Ihnen mit unserem 1. Landesdiabetikertag Berlin und Brandenburg.
Wir geben Ihnen die Möglichkeit sich vielseitig über Diabetes zu informieren. Neben einer
Vortragsserie, die der Therapie des Diabetes mellitus und seinen Spätkomplikationen gewidmet ist,
bieten wir Ihnen auch zahlreiche Workshops zu den Themen „Ernährung gesund und lecker“, „Sind
Ihre Füße in Gefahr sowie „Menschen in Bewegung - praktische Anleitung für den Alltag“ und viele
mehr.
Wir stehen für Ihre Fragen zur Verfügung.
Sie haben Gelegenheit, mit Vertretern von
Selbsthilfegruppen zu sprechen und sich Informationen zu neuen Produkten direkt vom Anbieter zu
holen.
Gesamtes Programm zum Landesdiabetikertag hier lesen ...
Pressemitteilung des DDB vom 25.05.2010
Patientenbeauftragter will Patientenrechte stärken
KASSEL, 25. Mai 2010 – „Wir hoffen, mit dem Patientenbeauftragten
einen Mitstreiter für mehr Rechte und Mitbestimmung der Patienten
gefunden zu haben“. So fasste der Vorsitzende des Deutschen Diabetiker
Bundes, Dieter Möhler, das Gespräch mit MdB Wolfgang Zöller,
dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen
und Patienten, zusammen. Zöller sprach sich in einem Gespräch
mit Vertretern des Deutschen Diabetiker Bundes nachdrücklich für
eine Stärkung der Patientenrechte in Form eines Patientenrechtegesetzes
und die Verbesserung der Mitbestimmungsrechte der Patientenvertreter
im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) aus.
Dieter Möhler, der auch themenbezogener Vertreter im G-BA ist, appellierte
an den Patientenbeauftragten mitzuhelfen, dass Nutzenbewertungen nicht
nur unter Kostengesichtspunkten durchgeführt werden. Er wies darauf
hin, dass bei den aktuell vorliegenden Bewertungen des Instituts für
Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), die Grundlage
für die Beratungen und Beschlussfassungen im G-BA sind, offensichtlich
die individuellen Patientenbedürfnisse völlig unberücksichtigt
bleiben.
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brief.diabetes-zentrale.de: Offener Brief zum Erhalt kurzwirksamer Insulinanaloga
Am 21. Februar 2008 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) nach einem vom G-BA beauftragten Gutachten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beschlossen, dass kurzwirksame Insulinanaloga nicht mehr verordnungsfähig sein sollen. Dem widersprachen zahlreiche Betroffene und Betroffenenvertetungen, u.a. in Form einer Online Petition zum Deutschen Bundestag, die die Unterstützung von 4.755 Mitzeichnern fand. Aufgrund dieses Drucks hat das Bundesministerium für Gesundheit seinerzeit das Verfahren zum Ausschluss von Insulinanaloga gestoppt.
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lesen: http://brief.diabetes-zentrale.de/
Pressemitteilung des DDB vom 24.03.2010
DDB-Vorsitzender Dieter Möhler fordert:
Patientenrechte im G-BA müssen gestärkt werden
KASSEL, 24. März 2010 Die Patientenvertreter müssen
bei den Entscheidungen des Gemeinsamen Bundesausschusses G-BA stärker
beteiligt werden", fordert der Vorsitzende des Deutschen Diabetiker
Bundes DDB, Dieter Möhler. Vor allem wenn es darum geht, dass sogenannte
Verordnungseinschränkungen die Verschreibung von Antidiabetika für
ganze Diabetikergruppen quasi verbieten. "Wir als Patienten sind von
solchen Entscheidungen wesentlich betroffen, dürfen aber nicht abstimmen.
Das ist schon ein Skandal an sich." Auf die "juristischen Barrikaden"
stieg der Rechtsanwalt jedoch, als ihm das Antragsrecht kürzlich verweigert
wurde.
In der G-BA-Unterausschuss-Sitzung ging es darum, eine Verordnungseinschränkung
zu langwirkenden Insulinanaloga für Typ-2-Diabetiker vorzubereiten.
Ursprünglich lautete der Beschluss-Text, dass Typ-2-Diabetiker nur dann
langwirkende Insulin-Analoga erhalten dürfen, wenn sie häufig Hypoglykämien
erleiden und diese so schwer sind, dass Fremdhilfe wie zum Beispiel ein
Notarzteinsatz zur Behandlung nötig ist. "Das ist ein Hammer",
erklärt
Möhler, "denn damit muss ein Diabetiker erst diese unter Umständen
sogar lebensbedrohliche Situation erleiden, bevor der Arzt ihm ein langwirkendes
Insulin-Analogon auf Kosten der gesetzlichen Kasse verordnen darf. Diese
Insulinanaloga vermindern nachweislich das Risiko für schwere Unterzuckerungen.
Daher hatte Möhler einen Antrag gestellt, diese Verordnungseinschränkung,
die faktisch einem Verordnungsausschluss gleich kommt, zu streichen.
Sein Antrag wurde jedoch gar nicht zur Diskussion und Abstimmung zugelassen.
Die Begründung lautete, Möhler selbst dürfe keine Anträge
stellen. Dies müsse die Patientenorganisation* tun, die ihn als themenbezogenen
Vertreter in die G-BA-Sitzungen schickt. "Dies ist ein fadenscheiniger
Grund", protestiert der Rechtsanwalt und hat prompt gegen die Verletzung
seines Antragsrechts beim Landessozialgericht (LSG) Berlin-Brandenburg rechtliche
Schritte eingeleitet. Hier ist noch kein abschließendes Urteil gesprochen.
Das LSG hat Möhler jedoch darin bestärkt, weiterhin Anträge
beim G-BA zu stellen.
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Pressemitteilung des DDB vom 22.12.2009
19.01.2010. Nach dem Vorbild des britischen Zweikammermodells:
diabetesDE und der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) beschließen Gesamtorganisation
Berlin, Kassel, 19. Januar 2010 Bislang gab es im
Bereich Diabetes in Deutschland keine Gesamtorganisation wie z.B. „Diabetes
UK“ in Großbritannien: alle Patienten und Berufsgruppen
unter einem Dach vereint. Aus diesem Grunde trafen sich in Meiningen die
Vorstände und Geschäftsführer von diabetesDE und dem
Deutschen Diabetiker Bund (DDB), um eine engere Zusammenarbeit anzustreben.
Das Ziel: gemeinsam für eine möglichst gute Versorgung, Prävention
und Forschung für Menschen mit Diabetes zu kämpfen.
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In der „Meininger Erklärung“ (siehe
Anlage) einigten sich
die Vorstände darauf, in Zukunft zum gemeinsamen Wohl der Patienten
zusammenarbeiten, sich zu informieren und abzustimmen. Als Vorbild soll das
englische Zweikammermodell mit einer Kammer aus Diabetesfachleuten (DDG und
VDBD) und einer Kammer für Betroffene und Interessierte (DDB und gegebenenfalls
andere) gelten. Diese Kammern sind gewählte Delegiertenversammlungen,
aus denen ein gemeinsamer Vorstand gewählt wird.
Es wird eine gemeinsame Satzungskommission gebildet, die auf dieser Basis
einen Satzungsvorschlag entwickelt. Auf einer gemeinsamen Sitzung des Bundesvorstands
des DDB und des Vorstands von diabetesDE wird dieser Vorschlag abgestimmt
und beschlossen. Dieser Satzungsvorschlag wird dann dem erweiterten Bundesvorstand
des DDB zur endgültigen Beschlussfassung vorgelegt, und in einem nächsten
Schritt den Mitgliederversammlungen der DDG und VDBD im Mai 2010 vorgelegt
werden. Letztlich wird die neue Satzung durch eine Delegiertenversammlung
von diabetesDE beschlossen.
Die neue gemeinsame Organisation soll den Namen diabetesDE tragen, die DDG
und VDBD, sowie der DDB bleiben als selbständige Organisationen erhalten.
Dieser Prozess soll bis zum Weltdiabetestag 2010 am 14. November abgeschlossen
sein, der gemeinsam in Berlin ausgerichtet wird.
Artikel von Herrn Dr. Heinz Schneider
( Der Autor ist Ehrenmitglied im DDB Landesverband Brandenburg )
Ein deutscher Diabetologe mit Weltgeltung:
Professor Dr. Gerhard Mohnike (1918 – 1966) aus Karlsburg in Vorpommern
Gerhard Mohnike wurde am 6. Januar 1918 als Sohn des Mittelschullehrers Ludwig Mohnike und seiner Ehefrau Emmi, geb. Maurer, in Wiesbaden geboren. Nach dem im dortigen Staatlichen Humanistischen Gymnasium 1937 bestandenen Abitur und der Ableistung des Arbeitsdienstes studierte er ab dem Sommersemester 1938 an der Philipps-Universität zu Marburg und Jena Humanmedizin und setzte kurz nach dem bestandenen Physikum (Ärztliche Vorprüfung) das Studium an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald fort.
Im Juni 1942 legte er dort das medizinische Staatsexamen ab und promovierte noch im gleichen Monat mit dem Thema „Tierexperimenteller Nachweis eines antiexophthalmischen Schutzstoffes“ an der Augenklinik zum Doktor der Medizin, wobei bereits sein Interesse an der Endokrinologie erkennbar wurde. Kurz nach dem Ende des Studiums wurde er von seinem Lehrer Professor Gerhardt Katsch aus Greifswald in das erste deutsche Diabetikerheim Garz auf Rügen versetzt, wo er – selbst an Diabetes erkrankt - im April 1945 zum Heimarzt avancierte.
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Kurze Zeit nach dem Ende des 2. Weltkrieges überließ das Land Mecklenburg im Rahmen der Bodenreform Professor Katsch das Schloss Karlsburg bei Greifswald für die Gründung eines zweiten deutschen Diabetikerheimes im Mai 1947 als Schwesterinstitut von Garz. Der damals mit 29 Jahren noch sehr junge Dr. Mohnike wurde mit dem Aufbau dieser neuen Einrichtung betraut, wobei nach Fertigstellung des neuen Bettenhauses (1954) die Kapazität von zunächst 15 auf 250 Betten erhöht wurde. Damit war Karlsburg zur größten stationären Diabeteseinrichtung in Deutschland geworden.
1951 wurde Dr. G. Mohnike mit der Arbeit „Beiträge zum Insulin-Glukagon-Problem “ habilitiert und 19052 zum Dozenten für Innere Medizin und schon 3 Jahre später zum Professor mit Lehrauftrag an der Universität Greifswald ernannt. In Karlsburg waren die klinische und experimentelle Diabetesforschung in vorbildlicher Weise vereint, wovon sowohl die klinisch als auch die experimentell tätigen Kollegen und nicht zuletzt auch die Patienten profitierten.
Die Wahl von Professor Mohnike als leitender 1. Oberarzt (später Stellvertretender Direktor) in Karlsburg erwies sich als ein wahrer Glücksgriff. Als rastloser Wissenschaftler war er auch ein gradliniger, ehrlicher, mutiger und kritischer Arzt, der „ärztliche Kunst und Forschergeist auf glücklichste Art in sich vereinte ..... und wegen seines offenen und geraden Wesens nicht nur Freunde hatte“, schrieb H.-G. Lippmann 1966.
Von seinen meist jungen Assistenten wurde der DDR-kritische Wissenschaftler als väterlicher Freund verehrt. Professor Mohnike praktizierte in Karlsburg die bereits von Katsch in seinen „Garzer Thesen“ 1937 inaugurierte flexible Insulintherapie. Er, Mohnike, wies darauf hin, dass eine Fraktionierung in häufiger zu applizierende, kleinere Dosen den blutzuckersenkenden Effekt dieses Hormons erhöht, was auch heute noch für die moderne Komatherapie von Bedeutung ist.
Das direkt dem Ministerium für Gesundheitswesen der DDR unterstellte Institut für Diabetes Karlsburg wurde schnell zum Leitinstitut für die Betreuung der Diabetiker und die Diabetesforschung in der DDR. Zusammen mit Professor Katsch und Dr. Volker Schliack (Berlin) führte er Ende der 50-er Jahre flächendeckend die Diabetikerbetreuungsstellen ein und wurde so zu einem der 3 Gründungsväter des überwiegend als vorbildlich eingeschätzten Diabetikerbetreuungssystems im Osten Deutschlands.
Besondere Verdienste erwarb sich Mohnike bei der Aufklärung des Zusammenhangs zwischen der Qualität der Stoffwechselführung und dem Auftreten diabetesspezifischer Spätschäden. Große Erfolge erreichte er bei der Behandlung der diabetischen Schwangeren und dem Rückgang der Sterblichkeit der Neugeborenen diabetischer Mütter. In enger Zusammenarbeit mit der westdeutschen Firma Hoechst war Professor Mohnike maßgeblich an der Erforschung des Wirkungsmechanismus der Sulfonylharnstoffe und ihrer Einführung in die Therapie Ende der 50-er Jahre beteiligt.
Auch an der Erforschung des Wirkungsmechanismus der Biguanide hatte er – zusammen mit H.-G. Lippmann – einen entscheidenden Anteil. Am 1. 2. 1959 erhielt er einen Ruf als Professor mit vollem Lehrauftrag an die 1. Medizinische Klinik der Charité und wurde dort Leiter der Abteilung für klinische Endokrinologie, Gastroenterologie und Stoffwechselkrankheiten. Nach dem Tod von Professor G. Katsch 1961 übernahm er als Klinikdirektor das jetzt nach seinem Gründer benannte „Institut für Diabetes Gerhardt Katsch“ (Karlsburg, Garz und Putsbus) Unter der Leitung von Professor Mohnike erreichte das Karlsburger Diabetesinstitut Weltruf. Für seine Verdienste wurde er 1958 als „Verdienter Arzt des Volkes“ ausgezeichnet und erhielt er 1965 in der DDR den Nationalpreis.
Vor 44 Jahren – am 8. März 1966 – verstarb Professor Gerhard Mohnike im Alter von nur 48 Jahren.
Dieser Beitrag wurde nach Einsicht in die Promotionsakte UAG. Med. Diss. II-1308 und Personalakte UAG, PA 1577 des Universitätsarchivs Greifswald erstellt.
Dr. Heinz Schneider, Mahlow
Pressemitteilung des DDB vom 22.12.2009
22.12.2009. Interessante Rechtssprechung für Diabetiker:
Unfall infolge Unterzuckerung kann Entzug der Fahrerlaubnis rechtfertigen
Das Verwaltungsgericht Mainz (Az.: 3 L 1058/09.MZ) hat entscheiden, dass
Unterzuckerungszustände infolge Diabetes den Entzug der Fahrerlaubnis
rechtfertigen können. Dies hat das Gericht im Falle eines Diabetikers
entscheiden, der aufgrund abfallenden Zuckerspiegels auf der Autobahn die
Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte. Der Fahrzeugführer
hatte bereits mehrfach Unterzuckerungen erlitten.
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18.12.2009, Zum Jahreswechsel
Beitrag für das Diabetes Journal 01/2010
von Dieter Möhler (Bundesvorsitzender des DDB)
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Pressemitteilung des DDB vom 13.12.2009
Kassel (DDB), 13.12.2009 : Therapiehinweis schadet der Gesundheit von Diabetikern
Behandlung zu hoher Blutfettwerte: DDB lehnt G-BA-Therapiehinweis ab
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entscheidet
am 17.12.2009 über den „Therapiehinweis“ Ezetimib. Dieser
lässt die Verordnung des Cholesterinsenkers Ezetimib nur noch in seltenen
Fällen zu – gerade Typ-2-Diabetiker mit zu hohen Cholesterinwerten
bleiben auf der Strecke. Ihr ohnehin erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko
steigt mit zu hohen Cholesterinwerten. „Dies wird billigend in
Kauf genommen“, sagt der Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker
Bundes (DDB), Rechtsanwalt Dieter Möhler. Er beantragt, den Therapiehinweis
nicht in die Arzneimittelrichtlinie aufzunehmen.
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Pressemitteilung des DDB vom 11.12.2009
11.12.2009 : DDB gegen diabetesDE?
Ein Artikel des DDB-Bundesvorsitzenden Dieter Möhler in der Zeitschrift
"Diabetes-Forum", Ausgabe 12/2009.
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Pressemitteilung des DDB vom 19.11.2009
19.11.2009: DDB weist Abschlussbericht zu kurz wirksamen Insulinanaloga bei Diabetes
Typ 1 zurück
IQWiG nimmt Gefährdung von Kinder und Jugendlichen in Kauf
Mit scharfer Kritik hat der Deutsche Diabetiker Bund jetzt auf den vorgelegten
Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit
im Gesundheitswesen (IQWiG) zu den kurz wirksamen Insulinanaloga bei Diabetes
Typ 1 reagiert. Der DDB bemängelte wiederholt, dass auch im Abschlussbericht
die vorgetragenen Argumente der Patientenorganisation nicht berücksichtigt
wurden. Die den Patienten eingeräumte Möglichkeit, zu den Vorberichten
Stellung zu nehmen, gerät zur Farce, weil das Institut nach wie vor
keinerlei Bereitschaft zeigt, die vorgetragenen Einwände des DDB zu
beachten.
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Das IQWiG glaubt, und das auf Basis nicht ausreichender Studien, dass es
keinerlei Belege für einen Zusatznutzen von kurz wirksamen Insulinanaloga
zu Humaninsulin gebe. Die Tatsache, dass bei Einsatz der kurz wirksamen Insulinanaloga
deutlich besser Stoffwechsellagen bei Kindern und Jugendlichen erreicht werden,
wird völlig ignoriert. Damit wird das Entstehen lebensbedrohlicher Unterzuckerungen
bedenkenlos in Kauf genommen.
Das Institut stellt momentane kurzfristige Kosteneinsparungen vor die Patientensicherheit.
Der Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes und Rechtsanwalt,
Dieter Möhler, dazu: „Was ist der Mensch noch Wert, wenn die Kosteneinsparer
auch vor den Zukunftschancen der Schwächsten, den Kindern und Jugendlichen
nicht zurück schrecken.“ Er warnte gleichzeitig die Ärzte
davor, in vorauseilendem Gehorsam schon jetzt entsprechend dem vorgelegten
Abschlussbericht zu verfahren und Therapieumstellungen vorzunehmen. Ohne
Beschlussfassung des Gemeinsamen Bundesausschusses können vorzeitige
Therapieumstellungen Haftungsprobleme aufwerfen, wenn Patienten durch
die Umstellung gefährdet werden.
Deutscher Diabetiker Bund e. V.
Goethestr. 27
34119 Kassel
23.10.2009. Veranstaltungshinweis zum Weltdiabetestag 2009
Gemeinsam gegen Diabetes – rechtzeitig vorbeugen und umfassend behandeln
durch Aufklärung und Information
Anlässlich des Weltdiabetestags
am 14. November 2009 lädt der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) Betroffene
und Interessierte zu seiner großen nationalen Veranstaltung am Brandenburger
Tor ein. Mit umfangreichen Materialien und attraktiven Mitmachangeboten
möchten die Initiatoren dort Patienten, Angehörige und Interessierte über
Diabetes aufklären und informieren, denn die Volkskrankheit Nummer
eins breitet sich rasant aus.
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Pressemitteilung der DiabSite vom 22.10.2009
Diabetes: Schulung und Prävention sind entscheidend
DiabSite veröffentlicht offizielle Broschüre zum Weltdiabetestag 2009
auf Deutsch
Der 14. November ist Weltdiabetestag. 1991 wurde der Aktionstag von
der International Diabetes-Föderation IDF und der
Weltgesundheitsorganisation WHO ins Leben gerufen, heute ist der
Weltdiabetestag die größte Aufklärungskampagne der Diabeteswelt und
seit 2007 auch ein "Tag der Vereinten Nationen". Das unabhängigen
Diabetes-Portal www.diabsite.de stellt die offizielle,
13-seitige Broschüre zum Weltdiabetestag 2009 ab sofort in
deutschsprachiger Fassung zur Lektüre bereit.
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Berlin, 22.09.2009 Allein in Deutschland leben sechs bis sieben
Millionen Menschen mit Diabetes - und es werden immer mehr, weltweit.
In der öffentlichen Wahrnehmung ist die chronische
Stoffwechselerkrankung jedoch kaum präsent. Der internationale
Weltdiabetestag will daran etwas ändern. In diesem Jahr steht der
Aktionstag im Zeichen von Aufklärung, Schulung und Prävention.
Seit seiner Gründung ist das Diabetes-Portal DiabSite selbst in Sachen
Diabetes-Aufklärung aktiv und liefert tagesaktuell fundierte
Informationen. Zum Weltdiabetestag haben die DiabSite-Initiatoren die
offizielle, von der IDF herausgegebene Broschüre, ins Deutsche
übersetzen lassen. Ab sofort kann sie online
hier gelesen werden.
"Aufklärung über Diabetes mellitus ist enorm wichtig", meint Helga
Uphoff, Gründerin und Chefredakteurin der DiabSite: "Jeder sollte sich
umfassend informieren. Nur wer die Symptome und Risiken kennt,
interpretiert Warnzeichen richtig. Der Typ-2-Diabetes ist oft
vermeidbar, wenn man rechtzeitig und vorbeugend handelt". Doch
Aufklärung wirkt nicht nur präventiv, sie ist auch für Menschen mit
Diabetes unerlässlich. "Wer gut geschult ist, kann mit den
Herausforderungen der chronischen Erkrankung besser umgehen",
konstatiert Helga Uphoff.
Die IDF-Broschüre skizziert die Ziele des Weltdiabetestages und
liefert gute Argumente für mehr Aufklärung und bessere Schulung.
Außerdem gibt es Informationen über die verschiedenen Diabetestypen,
die typischen Warnzeichen und das Leben mit Diabetes - aufschlussreich
und informativ auch für Nicht-Diabetiker! Wer den Weltdiabetestag
aktiv unterstützen oder an Veranstaltungen teilnehmen möchte, findet
in der Broschüre und auf der DiabSite zahlreiche Anregungen, Tipps und
weiterführende Links.
Pressekontakt:
Helga Uphoff
Redaktion Diabetes-Portal DiabSite
Kalckreuthstraße 6
10777 Berlin
Tel.: 0 30 - 21 47 89 14
E-Mail: h.uphoff@diabsite.de
Pressemitteilung des DDB vom 22.10.2009
22.10.2009. In der Mitgliederzeitschrift einiger
DDB-Landesverbände "Subkutan", Ausgabe 5/2009 ist auf
Seite 60 ff. ein Artikel des Bundevorsitzenden Dieter Möhler unter
dem Titel "Kosten-Nutzen-Analysen: Wie teuer ist Diabetes" erschienen.
Wer Interesse an dem Artikel oder weiteren Informationen zur Zeitschrift
Subkutan hat findet ausreichend Informationen unter www.subkutan-online.de.
Pressemitteilung des DDB vom 13.10.2009
13.10.2009. „Zucker im Blut – Recht im Leben“
Rechtsberatungsnetz ist gestartet
Im Alltag wird es für Diabetiker immer schwieriger, die zunehmenden
juristischen Komplikationen zu durchschauen und die eigenen Patientenrechte
durchzusetzen. Diesem Umstand etwas entgegenzusetzen hat sich der Deutsche
Diabetiker Bund zur Aufgabe gestellt. Ein Netzwerk aus kompetenten Juristen
soll die rechtliche Betreuung der im DDB organisierten Diabetiker übernehmen.
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08.10.2009 Mitteilung vom Landesverband Brandenburg:
Neue Selbsthilfegruppe gegründet.
In Bestensee (LDS) fanden sich 16 Diabetiker zusammen und gründeten am 8.10.2009 eine neue SHG. Von den Anwesenden, die zu ihrem Vorsitzenden einstimmig Herrn Wilhelm Wendel wählten, waren 2 bereits im Deutscher Diabetiker Bund organisiert. Weitere 9 beantragten spontan ihre Mitgliedschaft.
Als Gäste der Gründungsveranstaltung begrüßten die Anwesenden Herrn Eberhard Nowotnik in seiner Funktion als 1. Vorsitzender des Landesverbandes Brandenburg e.V. im Deutschen Diabetiker Bund, Herrn Scholz jun. als Vertreter der Fontane-Apotheke Bestensee sowie die Leiterin des Diabetikerzentrum Frankfurt(Oder), Frau Margit Nowotnik.
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In der Diskussion trat der Wunsch der Anwesenden in den Vordergrund, sich künftig ohne viel Fahrerei hier in Bestensee mit anderen Betroffenen austauschen zu können und darüber hinaus von Experten Informationen zu allen Belangen des Diabetiker-Alltags zu erhalten.
Dafür liegt bereits jetzt schon die Zusage von Dr.med. Mahmoud Sultan aus Berlin vor. Unter anderem wird seine Sprechstundenschwester, Heike Bartel, Diabetes-Beraterin (DDG) zu gewünschten Themen konkretes Wissen vermitteln.
Dann gab der Landesvorsitzende Eberhard Nowotnik einen detaillierten Überblick über die Arbeit des DDB. Frau Margit Nowotnik lud den Vorsitzenden der Gruppe sowie alle Interessierten zum Erfahrungsaustausch ein.
Schon Wochen zuvor hatte das Team der Fontane-Apotheke Bestenseer um Apotheker Andreas Scholz damit begonnen, ganz gezielt Interessenten zu erfassen. Seine Apotheke zählt übrigens seit geraumer Zeit zu den „offiziellen Fördermitgliedern des Deutscher Diabetiker Bund (DDB) Landesverband Brandenburg e.V.“ In Herrn Scholz wird die Gruppe auch in Zukunft einen sehr hilfsbereiten und verlässlichen Partner zur Seite haben.
Auch im Bürgerbüro des Gemeindeamtes Bestensee wurde auf die beabsichtigte Gründung hingewiesen und vom wiedergewählten Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf Hilfe und Unterstützung zugesagt.
Die Leiterin des Seniorenzentrum Bestensee der Berliner Stadtmission, Frau Ulrike Bertheau, unterstützt die Gruppe, indem sie bis auf weiteres für die monatlichen Gruppentreffen einen Raum zur Verfügung stellt.
Ein enges freundschaftliches Miteinander sicherte darüber hinaus die Leiterin der SHG Königs Wusterhausen, Frau Christa Moch, zu, mit der Herr Wendel unmittelbar nach der Gründung seiner Gruppe in Kontakt trat.
Alles in allem also ein sehr gelungener Start, auf den alle Beteiligten und ihre Partner stolz sein können.
W. Wendel
Leiter SHG Bestensee
Pressemitteilung des DDB vom 02.10.2009
02.10.2009. Eine Gesundheitsreform jagt die nächste.
Und immer wieder wird die Versorgung von Menschen mit Diabetes eingeschränkt
- sei es durch den Ausschluss von modernen Medikamenten aus dem Leistungskatalog
der gesetzlichen Krankenkassen oder die wachsenden Schwierigkeiten bei
der Genehmigung moderner Therapieformen. Darüber und über die Notwendigkeit
einer starken Patientenvertretung sprach die Diabetes-Expertin Helga
Uphoff mit dem Vorsitzenden des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB) Dieter
Möhler. Das ganze Interview finden Interessierte auf DiabSite
- Diabetes-Radio, dem Internetportal für Menschen mit Diabetes,
Diabetes-Experten und am Diabetes Interessierte unter www.diabetes-radio.de.
Pressemitteilung des DDB vom 10.09.2009
DDB im Gespräch mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt
Ministerin sichert auch nach Beschluss durch den G-BA die Versorgung mit Insulinanaloga zu
Kurz vor der Bundestagswahl trafen sich der DDB-Bundesvorsitzende Dieter
Möhler mit seinem Stellvertreter Kai Woltering und Geschäftsführer
Manfred Flore zu einem persönlichen Gespräch mit Bundesgesundheitsministerin
Ulla Schmidt in Berlin.
Kurz vor der Bundestagswahl wollten die DDB-Vertreter aus erster Hand hören,
wie sich die Gesundheitsministerin die Versorgung chronisch kranker Menschen
und hier insbesondere der Diabetiker in der Zukunft vorstellt. Ein weiterer
Gesprächspunkt waren die aktuellen Berichte des Instituts für
Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Ministerin Schmidt stellt unmissverständlich klar, dass es ihr darum
gehe auch in Zukunft eine für jeden Bürger bezahlbare medizinische
Versorgung sicher zu stellen. Für sie gehe es darum, auch in Zukunft
eine solidarische Finanzierung der Versorgung kranker und pflegebedürftiger
Menschen sicher zu stellen. Ihr gehe es nicht darum, so Ulla Schmidt, für
gesicherte Einnahmen der Pharmaindustrie zu sorgen, sondern um eine sachgerechte
Versorgung der Kranken.
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Am Beispiel der Diskussion um die Insulinanaloga
machte Ministerin Ulla Schmidt deutlich, dass es nicht darum gehe die Verordnung
von Insulinanaloga zu verhindern. Im Gegenteil sieht sie nach den bereits
vorliegenden Angeboten der Industrie zur Preisanpassung gute Chancen, durch
vergleichbare Preise für Humaninsulin und Insulinanaloga, weiterhin
jedem Diabetiker das für ihn richtige Insulin zur Verfügung stellen
zu können. Ulla Schmidt sieht bei den in Deutschland geltenden
Zulassungsverfahren für Arzneimittel das Problem, dass eine Nutzenbewertung
erst nach Markteinführung vorgenommen werden könne. Eine schnelle
Markteinführung vor einer Nutzenbewertung sichere den Patienten einen
schnellen Zugang zu neuen Medikamenten. Andererseits könne aber nicht
jeder Preis von der Solidargemeinschaft der Versicherten getragen werden.
Unabhängig von sozialem Status, Alter und Betroffenheit müsse
eine an der Notwendigkeit orientierte Versorgung auch in Zukunft möglich
sein, so Ulla Schmidt.
Der Vorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes Dieter Möhler machte
u. a. deutlich, dass es dem größten Patientenverband für
Diabetiker in Deutschland um eine sachgerechte, an den therapeutischen Notwendigkeiten
der Betroffenen orientierte, bezahlbare Versorgung gehe. Mit Blick auf die
demografische Entwicklung müsse es auch Ziel einer verantwortungsvollen
Gesundheitsversorgung sein, durch Prävention Krankheiten zu vermeiden
oder die Folgen von Krankheiten zu mildern. Möhler machte aber auch
deutlich, dass es einen steigenden Bedarf an Pflege für Diabetiker
geben werde. Hier müssen auf den Diabetes orientierte Pflegeangebote
entwickelt werden. Möhler versicherte, dass es auch Aufgabe einer Patientenorganisation
sei, an der Erarbeitung dieser Angebote mitzuarbeiten und sich bei der Umsetzung
einbinden zu lassen.
Dieter Möhler wies die Ministerin auf die Arbeit der Diabetes-Lotsen
im DDB hin, die eine wichtige Funktion in der psychosozialen Betreuung von
Betroffen, also nicht nur den Erkrankten sondern auch der Familienangehörigen,
haben. Diese Angebote wolle der DDB ausbauen. Dazu bedürfe es aber
entsprechender Mittel aus der Selbsthilfeförderung. Auf Dauer sei es
wünschenswert, dass sich verstärkt auch die Kommunen im Rahmen
ihrer Daseinsfürsorge der Kompetenzen der Diabetes-Lotsen bedienen
würden. Die Stadt Erfurt, in der die Anbindung der Diabetes-Lotsen
an die städtischen Beratungsangebote vorgesehen ist, sei hier ein gutes
Beispiel.
Ministerin Ulla Schmidt und DDB-Vorsitzender Dieter Möhler waren sich
einig, dass die Selbsthilfe in Zukunft eine stärkere Rolle spielen
muss. Dieter Möhler ergänzte: „Selbsthilfe schützt
vor Bevormundung und entlastet das Gesundheitssystem“.
Pressemitteilung des DDB vom 10.09.2009
Diabetes: "Verwaltung entscheidet, was Patienten nur noch bekommen dürfen"
Werden moderne Insuline bald nicht mehr für alle Patienten erstattet?
Geht es nach dem Willen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), sollen
rund 300.000 Menschen mit Typ-2-Diabetes, die man mit so genannten lang
wirksamen Insulinanaloga behandelt, eingeschränkt werden und gesundheitliche
Risiken in Kauf nehmen. „Dies sei schlichtweg unethisch“, meinte
dieser Tage Prof. Dr. med. Andreas Fritsche, Mitglied des Pharmakotherapieausschusses
der Deutschen Diabetes Gesellschaft anlässlich einer Pressekonferenz
der Novo Nordisk Pharma GmbH in Berlin. „Bei Anwendung international üblicher
statistischer Methoden ist eindeutig belegt, dass lang wirksame Insulinanaloga
das Risiko von Unterzuckerungen vermindern. Dennoch will der G-BA diese
Insuline nicht weiter erstatten lassen“, kritisiert auch Dr. med.
Tim Heise, Leiter des Profil Instituts für Stoffwechselforschung in
Neuss. „Hier soll am falschen Ende gespart werden. Dabei könnten
die Folgen, die aus wiederholten Unterzuckerungen resultieren, die Solidargemeinschaft
weitaus teurer zu stehen kommen“, sagt Dieter Möhler, Bundesvorsitzender
des Deutschen Diabetiker Bundes, der deutliche Worte aus der Sicht der Patienten
bzw. Betroffenen fand. Erstmalig halte sich die Politik heraus und überlässt
es einer Verwaltung zu entscheiden, welche Medikamente Patienten erhalten
dürfen und welche nicht.
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Hypoglykämien (Unterzuckerungen) sind ein schwerwiegendes Ereignis
in der Diabetesbehandlung. Sie entstehen als Nebenwirkungen der Insulintherapie.
Kommt es bei der Insulinbehandlung zu einem übermäßigen
Zuckerabbau im Blut, ist eine Hypoglykämie die unmittelbare Folge. „Es
treten zunächst typische Symptome wie Zittern, Schwitzen, Heißhunger
oder Sprachstörungen auf. Es sind Warnreaktionen des Körpers,
die dazu führen sollen, möglichst rasch Glukose über die
Nahrung aufzunehmen“, berichtet Fritsche. „Beim Nicht-Diabetiker
ist eine Unterzuckerung kein Problem. Bei Diabetes-Patienten hingegen können
diese Zustände sehr häufig auftreten, so dass sich der Körper
daran gewöhnt und Warnsignale nicht mehr registriert“, so Andreas
Fritsche. Auf anfänglich leichten Unterzuckerungen folgen dann schnell
schwere Hypoglykämien mit lebensbedrohlichen Zuständen. „Es
ist eindeutig belegt: Viele leichte Hypoglykämien fördern schwer,
möglicherweise sogar tödliche Unterzuckerungen. Darum muss jede
Hypoglykämie vermieden werden“, appelliert Fritsche.
Lang wirksame Insulinanaloga helfen dabei, die Anzahl der Unterzuckerungen
zu verringern und damit das Risiko möglicher tödlicher Auswirkungen
zu minimieren. Die Analoga sind dem humanen Insulin ähnliche Stoffe,
die aufgrund ihrer Eigenschaften Vorteile in der Therapie bieten. „Die
Analoginsuline zeigen einen deutlichen Mehrwert gegenüber den so genannten
NPH-Insulinen, die aus den 30er Jahren stammen. Mit lang wirksamen Insulinanaloga
lassen sich die Therapieziele besser erreichen und damit die Häufigkeit
gefürchteter Diabetes-Folgen wie Erblindung und Nierenversagen reduzieren,
ohne den Preis von vermehrten gefährlichen Unterzuckerungen zahlen
zu müssen“, ergänzt Fritsche.
Wie kommt nun das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit
im Gesundheitswesen (IQWiG), das mit der Nutzenbewertung der Analoginsuline
beauftragt wurde und dem G-BA damit die Entscheidungsgrundlage liefert,
trotz der wissenschaftlich belegten Vorteile zu seiner Auffassung? „Die
unterschiedliche Bewertung der Daten kommt dadurch zustande, dass das Institut
die Ergebnisse mathematisch korrigiert hat“, erklärt Heise. Probleme
sieht er allerdings in der Art des angewandten Korrektur-verfahrens. „Die
vom IQWiG gewählte Methodik ist eine Kombination von vielen kleinen
Korrekturmaßnahmen, von denen jede einzelne die Anerkennung eines
in Studien demonstrierten Nutzens von lang wirkenden Insulinanaloga bei
Patienten mit Typ-2-Diabetes erschwert. Insgesamt werden dadurch wichtige
und patienten-relevante Vorteile übersehen“, gibt Heise zu bedenken.
Geht
es eigentlich noch um den Patienten mit Diabetes und die Ängste
und den Leidesdruck von Familienangehörigen? Geht es noch um die Menschen?
Oder werden die Bedürfnisse der Betroffenen durch den immer größer
werdenden Wunsch nach Einsparmaximierung überholt? „Wohlgemerkt,
wenn wir von Lebensqualität und Bedürfnissen sprechen, ist nicht
,Wellness’ gemeint. Insulinanaloga sind doch keine Lifestyle-Medikamente“,
stellt Dieter Möhler klar. Bliebe der gegenwärtige G-BA-Entwurf
bestehen, müssten die Ärzte zukünftig Schädigungen des
Patienten billigend in Kauf nehmen, bevor lang wirksame Insuline verordnet
werden dürften, gibt Möhler zu bedenken. „Dabei sind wir als
Patienten absolut dafür, dass sorgfältig mit dem Geld der Krankenkassen
umgegangen wird. Wenn das IGWiG tatsächlich unabhängig ist, wie
gesetzlich zugesichert, dann muss es auch anerkannt wissenschaftlich vorgehen
und die Realität abbilden“, fordert Möhler weiter. Es sei
auch vollkommen unwichtig, ob man „leichte“ und „schwere“ Hypoglykämie
unterscheidet. Das Ereignis zählt, und es ist gefährlich. „Der
Staat ist an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angelangt und sieht
sich einem demografischen Problem gegenüber. Dieses haben allerdings
nicht die Patienten verursacht. Deshalb brauchen die Patienten mehr als nur
eine Statistenrolle im G-BA. Studien hin oder her!“, so der Bundesvorsitzende
abschließend.
Forderungspapier des DDB zur Bundestagswahl 2009
Parteien haben Stellung genommen.
Die Bundestagswahl 2009 steht vor der Tür. Eine große Anzahl der Wahlberechtigten ist direkt oder indirekt von Diabetes betroffen.
Ende Juli 2009 hat deshalb der Deutsche Diabetiker Bund „Positionen – Forderungen – Thesen“ formuliert und den im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen zugestellt. Auf die Bitte um Stellungnahme haben sich – fast – alle Fraktionen geäußert.
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Pressemitteilung des DDB vom 6.08.2009
Stellungnahme des Deutschen Diabetiker Bundes e. V.
Stellungnahme des Deutschen Diabetiker Bundes e. V. zum Vorbericht „zu der Nutzenbewertung langwirksame Insulinanaloga bei Diabetes mellitus Typ 1“
Auftrag des IQWiG Nr. A05-01
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Sehr geehrter Herr Prof. Sawicki,
Mit großem Interesse haben wir den Vorbericht zu der Nutzenbewertung langwirksame Insulinanaloga bei Diabetes mellitus Typ1, Auftrag Nr. A05-01
gelesen.
Wir nehmen hierzu wir folgt Stellung:
1. Vorbemerkungen
Wieder, wie auch in anderen Bewertungen des IQWiG, wird ein Fehlen des Nutzens festgestellt. Um zu diesem Urteil zu kommen, werden eine Reihe von Befunden aus Studien nicht in der Bewertung eingeschlossen, die durchaus positive Effekte der langwirksamen Insulinanaloga nachweisen.
Ganz besonders fragwürdig erscheint uns – wie Anderen – das Kriterium der Länge der Studie. Prospektiv randomisierte Studien, die über einen kürzeren Zeitraum als dem vom IQWiG festgelegten (nämlich 24 Wochen) einen Effekt der unterschiedlichen Insuline untersuchen. Sie sollten ebenfalls mit berücksichtigt werden. Eine wahre Begründung, warum dies nicht geschieht, fehlt. Auch die Länge 24 Wochen ist willkürlich. Warum nicht erst Studien über 1 Jahr oder 2 oder 3 Jahre anerkennen? Dann wäre unter Umständen die Situation noch klarer: Es gibt nur so wenig Studien, dass die Aussage: Es gibt keinen Hinweis auf einen Nutzen, offensichtlich keine Basis hat. Das würde auch dem entferntesten Betrachter dieses Vorganges klar machen, dass durch Festlegung der zeitlichen Begrenzung ein Fehler für die Beurteilbarkeit erzeugt wird.
Zu den Kriterien, eine Studie abzulehnen, gehört bei Ihnen auch, dass in einer Studie eine Präparation eines Medikamentes gewählt wird, die in Deutschland nicht zugelassen ist.
Wir halten diese Begründung, Studien aus der Nutzenbewertung auszuschließen, für falsch. Für die Erkenntnis, ob ein Medikament Nutzen hat oder nicht, ist es unerheblich, ob die Zulassung in der Form in Deutschland existiert. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass der Gemeinsame Bundesausschuss danach fragt, da seine Entscheidung sich allein auf zugelassene Medikamente beziehen kann. Für die Erkenntnis eines Nutzens aber – einmal abgesehen, dass sich Zulassungen ändern – ist es unerheblich, in welcher Form das Medikament angewendet wird. Im Gegenteil, vielleicht ergibt sich aus den Untersuchungen des IQWiG sogar die Möglichkeit, die Zulassung einer weiteren Formulierung zu veranlassen. Es ist die Realität, die zählt, und nicht ein eingeschränktes Betrachten nach bürokratischen Regeln. Schließlich folgt die Krankheit auch keinen bürokratischen Regeln.
2. Wiederholung
Zu 4.1.4 möchten wir Sie noch einmal an unsere Bewertung erinnern:
Es gehört zu dem erstaunlichen Phänomen, dass das IQWiG an einer in sich unlogischen Formulierung festhält. Diese hält das IQWiG fest, obwohl wir seit langem daraufhin weisen, dass die Gedankenfolge, dass nämlich die Fragestellung in prospektiv randomisierten Studien untersucht werden kann, und deswegen nur derartige Studien in die Bewertung eingeschlossen würden, falsch ist. Auch wenn man die Fragestellung in prospektiv randomisierten Studien untersuchen kann, könnte es erforderlich werden, andere Studien mit hinzuzuziehen. In der Tat wird es nach EBM erforderlich, wenn – wie es beim IQWiG in diabetologischen Fragen praktisch regelhaft geschieht – aus den RCTs keine Antwort abgeleitet werden kann.
3.) Anmerkungen im Einzelnen:
Es gibt in dem Vorbericht unserer Meinung nach verwirrende Darstellungen der Ergebnisse mit der Folge, dass der Nutzen der Präparate falsch dargestellt wird. Als Beispiel soll die Diskussion der Hypoglykämien dienen:
a. Zur Frage der verminderten Häufigkeit von Hypoglykämien unter Glargin:
Um den unserer Meinung nach suggestiven Charakter der Datendarstellung der Daten im Sinne eines Nicht-Nachweises zu demonstrieren, möchten wir auf die auf den Seiten 128 und 129 durchgeführte Präsentation der Untersuchung von schweren nächtlichen Hypoglykämien im Detail eingehen. Sie präsentieren Daten in der Abb. 16 Seite 129 von nur zwei Studien (3001,3004) der vorangegangenen Tabelle, aus der Sie sich nur die Zahl der betroffenen Patienten herausnehmen. Die Zahl über die Ereignisse lassen Sie unter den Tisch fallen, als gäbe es das Problem gar nicht. Dieses hätte nämlich eine Signifikanz in Ihrem Berechnungsverfahren ergeben. Die von einer dritten Studie (4010) bereits in der Publikation berechnete Inzidenz von Hypoglykämien auf Patientenjahre wird erwähnt, bleibt aber einfach unkommentiert und unberücksichtigt. So kommen Sie – fälschlicherweise – zu dem Schluss, es gäbe keinen Beleg für eine Verminderung der Häufigkeit von Hypoglykämien.
Das Gegenteil ist in den von Ihnen präsentierten Daten der Fall. Der letzte Satz auf Seite 135 ist falsch: Entgegen dem dort festgestellten Fehlen eines Beleges liegen die Ergebnisse von zwei Studien vor, die weniger nächtliche Hypoglykämien nachweisen. Das erfüllt sogar die in Ihrem Methodenpapier geforderte Definition von Beleg.
b. Zur Frage der Hypoglykämie Häufigkeit unter Detemir:
Ähnlich verdeckt erscheint das zur Vermeidung von nächtlichen Hypoglykämien günstige Ergebnis des Vergleichs Detemir mit NPH: Studie 1595. Diese Studie weist sehr viele Patienten auf und ist über 2 Jahre gelaufen, also eine relativ substanzielle Untersuchung. Sie gestehen den Ergebnissen zu, dass Detemir zwar signifikant die Inzidenz der Hypoglykämien senkt (S.133), aber trotzdem heißt es auf Seite 137 in der Bewertung nur: Es liegt ein Hinweis, und kein Beleg vor.
Ähnlich unzulässig ist die Zusammenfassung der Bewertung von nicht schweren Hypoglykämien auf den Seiten 152 und 153.
Wir von Seiten des Deutschen Diabetiker Bundes halten es für unerträglich, dass Sie die Daten so präsentieren, dass ein gutwilliges, aber mit den Feinheiten Ihres Vorgehens nicht vertrautes Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses kaum in der Lage sein dürfte, diese Umdrehung der Ergebnisse zu durchschauen.
Wir fordern Sie auf, die Unsicherheit und Subjektivität, die in Ihrer Betrachtungsweise liegt, auch zu benennen, und dem Gemeinsamen Bundesausschuss damit eine substantielle Entscheidung über diese Präparate zu ermöglichen.
c. Behandlungszufriedenheit
In der Behandlungszufriedenheit wird in Studien für beide Präparate ein signifikanter Unterschied zugunsten der Analoga gefunden. Sie führen weitere statistische Analysen durch, insbesondere Metaanalysen (mit zwei Studien, das geht unserer Meinung nach gar nicht), die eine statistischen Aufweichung der Ergebnisse nach sich ziehen. Wir halten dieses Verfahren für unzulässig.
Sie dürfen auch ruhig Ihren eigenen Menschenverstand benutzen. Jedem, der sich in der Diabetes Therapie auskennt, ist es auch ohne Studien vorstellbar, dass ein Injektionsregime von Verzögerungsinsulin mit fester Uhrzeit und weniger Injektionen, wie es für die Analoga sinnvoll ist, einfacher und damit positiv für die Behandlungszufriedenheit ist, als ein Regime, in dem man das Wirkprofil des Verzögerungsinsulins berücksichtigen und mehrfach spritzen muss.
d. Karzinomförderung durch Gliargin, ein statistischer Artefakt.
Zum Problem Karzinomentstehung unter Glargin, das im Vorbericht auf Seite 281 thematisiert wird, möchten wir Ihnen von Seiten des Deutschen Diabetiker Bundes Folgendes zu bedenken geben:
Es sind inzwischen von Seiten der EMEA, der FDA, der Deutschen Diabetes Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), sowie in den Zeitschriften Lancet (Pocock, Smeeth, Lancet Jul 17, 2009 epub ahaed print) und Diabetes Technology and Therapeutics (Garg et al.,vol 11, Nr. 8, 2009, 473) wissenschaftliche Analysen der von Ihnen zitierten Registerstudien vorgelegt, die völlig übereinstimmend zu dem Ergebnis kommen, dass es keinen Hinweis auf eine erhöhte Krebs-Inzidenz unter Glargin gibt. Insbesondere die aus Ihrem Hause stammende Studie soll statistische Fehler aufweisen, die zu den von Ihnen als Beleg vorgestellten Zahlen führen.
Die erste öffentliche (auf Ihrer Internet Seite) Auseinandersetzung Ihres Hauses mit Kritikern, in diesem Falle mit Prof. Ehninger, Präsident der DGHO, erscheint nicht hilfreich, da von Ihrer Seite nicht auf den eigentlichen Inhalt der Kritik, dass nämlich von Ihnen falsche statistische Verfahren angewendet seien, eingegangen wurde.
Wir von Seiten des Deutschen Diabetiker Bundes würden es außerordentlich begrüßen, wenn Sie diesen Punkt klären würden. Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie entweder belegen würden, dass die praktisch von der gesamte Fachwelt vorgebrachte Kritik an Ihrer Auffassung falsch ist, oder aber sich zu dem wissenschaftlich ehrenvollen Schritt durchringen würden, den Fehler in Ihren Berechnungen anzuerkennen. Für viele Diabetiker wäre es hierbei natürlich eine Erleichterung, wenn von Seiten des IQWiG mit gleicher medialer Macht die Richtigstellung Ihres Irrtums vorgenommen würde, wie Sie Ihren Irrtum verbreitet haben. Die Diabetiker würden dann in Print und Fernsehen mit Erleichterung hören, was bis jetzt nur in Fachkreisen wahrzunehmen ist, dass die Einschätzung der Krebsförderung durch Gliargin ein Irrtum ist.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Hermann von Lilienfeld-Toal
Vorsitzender des
Wissenschaftlichen Beirates des DDB
Forderungspapier des DDB zur Bundestagswahl 2009
Parteien werden um Stellungnahme gebeten
Am 27. September 2009 ist Bundestagswahl. Zu den Wählerinnen und Wählern gehören etwa 8 Millionen an Diabetes Erkrankte. Für den DDB ist es wichtig zu erfahren, mit welcher gesundheitspolitischen Entwicklung die Betroffenen zukünftig rechnen müssen. Aus diesem Grund hat der Deutsche Diabetiker Bund "Positionen - Forderungen - Thesen" zur Bundestagswahl 2009 fomuliert und den im Bundestag vertretenen Parteien zu Stellungnahme zugeleitet. Um eine Stellungnahme wurden die gesundheitspolitischen Sprecher/Sprecherinnen der Fraktionen Anette Widmann-Mauz (CDU), Dr. Carola Reimann (SPD), Daniel Bahr (FDP), Biggi Bender (Bündnis 90/Die Grünen) und Frank Spieth (Die Linke) gebeten. Die Antworten der Parteienvertreter werden ab Ende August hier veröffentlicht.
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Pressemitteilung des DDB vom 30.07. 2009
Prof. Dr. Sawicki als befangen entlarvt
Entwarnung: EU-Behörde sieht derzeit keine erhöhte Krebsgefahr durch Lantus
Mit Erleichterung hat der Deutsche Diabetiker Bund die aktuelle Mitteilung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMEA) zur Kenntnis genommen, wonach eine erhöhte Krebsgefahr durch das Analoginsulin Glargin (Handelsname: Lantus) nicht bewiesen sei. Nach eingehender Prüfung ist der EMEA-Ausschuss zu dem Ergebnis gekommen, dass die Studien wegen methodischer Schwächen zu widersprüchlich seien und nicht zu eindeutigen Ergebnissen kommen. Um den Verdacht endgültig ausräumen zu können, sollen weitere Untersuchungen auf den Weg gebracht werden.
Der Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes, Rechtsanwalt Dieter Möhler, kritisierte in diesem Zusammenhang, dass der Mitverfasser der Studie, Prof. Dr. Peter Sawicki, durch seine Veröffentlichung Panik unter den Betroffenen ausgelöst habe. Hunderte von besorgten Anrufern mussten durch die Mitarbeiter-innen und Mitarbeiter des DDB beruhigt werden.
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Für Dieter Möhler beantwortet sich die Frage, warum Prof. Dr. Sawicki gerade jetzt mit diesen vermeintlichen Ergebnissen an die Öffentlichkeit gegangen ist, wie von selbst. Prof. Dr. Sawicki ist Leiter des für die Kosten-Nutzenbewertung von Arznei-mitteln zuständigen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). In dieser Funktion ist er verantwortlich für eine gerade veröffentlichte Empfehlung an den Gemeinsamen Bundesausschuss, die Kostenerstattungspflicht von langwirksamen Insulinanaloga (und dazu gehört Lantus) aus dem Leistungs-katalog der Krankenkassen zu streichen. Im Übrigen ist soeben der Vorbericht „Kurzwirksame Insulinanaloga bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus Typ 1 – Nachfolgeauftrag“ erschienen. Da Prof. Dr. Sawicki seine Empfehlungen im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses abgibt, muss er sich nun den Vorwurf eines Interessenkonfliktes gefallen lassen. Es ist ein Skandal, wenn IQWiG und Prof. Dr. Sawicki an einer Studie der AOK mitwirken und gleichzeitig in diesem Institut über die Kostenerstattungspflichten von Krankenkassen entscheiden. Von Unabhängigkeit kann in einem solchen Fall keine Rede mehr sein. Damit ist er in hohem Maße befangen. Dieter Möhler fordert deshalb, die Kosten-Nutzenbe-wertungen von Prof. Dr. Sawicki in seinem Institut neu aufzurollen.
Dieter Möhler weiter: „Wir verstehen das IQWiG als Verwaltungshelfer in diesem System. Auch bei diesem, als privat geltenden Auftrag, müssen die gesetzlichen Vorgaben wissenschaftlicher Ausarbeitungen sowie alters- und lebensspezifischer Besonderheiten unbedingt berücksichtigt werden.“ Die von der EMEA vorgenom-mene Ablehnung der Studie resultiert aus dem bewussten Übergehen gerade dieser Besonderheiten. Diese objektive Tatsache erregt bei uns Betroffenen die Besorgnis, dass die IQWiG-Darlegungen in dem Abschlussbericht nicht unparteilich, sondern einseitig „krankenkassenfreundlich“ sind. Das schließt eine Verwertbarkeit der IQWiG-Berichte aus, ebenso die weitere Mitwirkung von IQWiG-Mitarbeitern zu dem im Gemeinsamen Bundesausschuss anhängigen Insulinanaloga-Verfahrens.
Der Deutsche Diabetiker Bund wird beim unparteiischen Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses, Dr. Rainer Hess, wegen des vom IQWiG gesetzten „bösen Scheins der Befangenheit“ intervenieren. Eine weitere Mitwirkung von Prof. Dr. Sawicki im Verfahren zu den Insulinanalgo sollte unterbunden werden!
Deutscher Diabetiker Bund e. V.
Goethestr. 27
34119 Kassel
Pressemitteilung des DDB vom 30.06. 2009
DDB und diabetesDE
Anmerkungen von Prof. Dr. med. Hermann von Lilienfeld-Toal,
Stellv. Bundesvorsitzender des DDB
diabetesDE tritt mit dem Anspruch an, die gesamte Diabetologie zu umfassen: Der Vorsitzende von diabetes DE Prof. Thomas Danne sagt dazu in Diabetologie, Ausgabe 4/09, Seite 105-107: „diabetesDE hat nun das Ziel, die Anliegen von Patienten mit Diabetes, Ärzten, Diabetesberatern und Wissenschaftlern zu koordinieren und mit einer Stimme zu vertreten“. In dem Editorial unter dem Titel „diabetesDE - die Vision einer gemeinsamen Diabetologie in Deutschland“ wird deutlich, dass die Gründer von diabetesDE hierunter in erster Linie wissenschafliche Studien, Maßnahmen zur Prävention und eine starke Stimme in einer wissenschaftspolitischen Diskussion über die Verteilung von begrenzten Mitteln für Studien verstehen.
Es fällt auf, dass das Editorial die in Deutschland größte Organisation in der Diabetologie, den über 35.000 Mitglieder zählenden Deutschen Diabetiker Bund, nicht einmal erwähnt. Im Gegensatz hierzu wird, der Anspruch der Organisation behauptet – siehe Zitat oben –, auch Patienten mit Diabetes, Ärzte usw. mit einer Stimme vertreten zu wollen.
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Bei der augenblicklichen Lage kann diabetesDE diesem Anspruch nicht gerecht werden und wird es wahrscheinlich auch in Zukunft nicht können. Denn die für die Stimme der Patienten richtige Organisation ist eine Selbsthilfeorganisation. Einer solchen ist in Deutschland eine bestimmte Form und Funktion zugewiesen, die von diabetesDE nicht erfüllt werden. Die rechtliche Situation in Deutschland ist offensichtlich anders als in anderen Ländern.
Betroffene können, wenn sie an der Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Diabetes interessiert sind, natürlich in eine Organisation eintreten, die von wissenschaftlich arbeitenden Ärzten sinnvollerweise dominiert wird. Aber das von diabetesDE vorgestellte Rundumversorgungsangebot für jeden Diabetiker versagt in Fragen der Vertretung von Patienten, wie sie in unserem Sozialsystem vorgesehen ist. Das können nur anerkannte Selbsthilfeorganisationen leisten.
Unsere Frage ist natürlich: Warum gehen diabetesDE und Deutscher Diabetiker Bund nicht zusammen? Warum fehlt auch nur der kleinste Hinweis in den seitenlangen Ausführungen von diabetesDE auf den Deutschen Diabetiker Bund? Lassen wir einmal das überall existierende Phänomen des „Menschelns“ oder, wie es auch ausgedrückt wird, der „Chemie“, die immer stimmen soll, beiseite. Wir müssen feststellen, dass der DDB in 2008 einen Satzungsentwurf für die zu gründende Organisation diabetesDE vorgelegt hatte, in dem eine Beteiligung der Selbsthilfeorganisation und damit ein Mitspracherecht für die Patienten hätten umgesetzt werden können. Die jetzt im Alleingang aktiven Verbänden Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und Verband er Diabetesberatungs- und schulungsberufe (VDBD) wollten darüber nicht beraten. Damit wurde die Chance vertan, den Deutschen Diabetiker Bund als mitgliederstärkste Teilorganisation, die die Interessen der Patienten nachhaltig vertritt, ins Boot zu holen und damit dem Ziel „dem Diabetes eine Stimme zu geben“ näher zu kommen. Warum haben es die Verantwortlichen bei DDG und VDBD abgelehnt, die jetzt zu Tage tretende Schwäche von diabetesDE im Vorfeld zu beheben? So bietet diabetesDE den Beteiligten am Diabetes weniger, als die Zahl der Beteiligten in der von DDG und VDBD gesprengten Vorläuferorganisation Deutsche Diabetes Union (DDU).
Eigentlich schade, denn natürlich wäre eine Organisation, in der alle an einem Strang ziehen, schön gewesen.
Kassel, 30.06.2009
Prof. Dr. med. Hermann von Lilienfeld-Toal
Stellv. Bundesvorsitzender
Deutscher Diabetiker Bund e. V.